Schufa

Publiziert von Björn am Freitag den 26.03.2010 um 11:59 Uhr

Was ist die Schufa? Der Verein Schufa – Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung wurde im Jahre 2000 in die Schufa Holding AG umgewandelt. Hauptaufgabe der Schufa ist es ihre Geschäftspartner vor dem Ausfall von Krediten zu schützen. Bei den Geschäftspartnern handelt es sich in der Regel um Banken, Versicherungen, Leasinggesellschaften, Handelsunternehmen, Versandunternehmen und Inkassounternehmen. Laut eigenen Aussagen trägt die Schufa dazu bei die Verbraucher vor einer Überschuldung zu schützen. Die Schufa ist also eine Auskunftei über die Kreditwürdigkeit der Verbraucher. Sie erhebt keine Daten sondern speichert nur die von den Geschäftspartnern zur Verfügung gestellten Daten.

Wer betreibt die Schufa?

Weil die Schufa die Geschäftspartner schützen soll sind eben auch diese Geschäftspartner zum größten Teil an der Schufa Holding AG beteiligt. Hier die Anteile an der Schufa Holding AG gemäß dem Geschäftsbericht 2008:

  • 36,4% - Kreditbanken
  • 24,7% - Sparkassen
  • 17,9% - Privatbanken
  • 7,9% - Genossenschaftsbanken
  • 13,1% Handel und Andere

Wie kommt die Schufa an meine Daten?

Wenn Sie ein Girokonto eröffnen oder ein Darlehen aufnehmen unterzeichnen Sie in der Regel die Schufa-Klausel. Damit erlauben Sie z. B. der Bank bestimmte Daten aus der Geschäftsbeziehung mit ihnen an die Schufa zu melden. Dies können Positivmerkmale wie auch Negativmerkmal sein. Zusätzlich bezieht die Schufa Informationen aus den Schuldnerverzeichnissen die bei den Amtsgerichten geführt werden.

Welche persönlichen Daten werden gespeichert?

  • Name
  • Vorname
  • Geburtsdatum
  • Geschlecht
  • Geburtsort
  • Aktuelle Anschrift
  • Frühere Anschriften

Welche persönlichen Daten dürfen nicht gespeichert werden?

  • Familienstand
  • Einkommen
  • Guthaben
  • Depotwerte
  • Sonstige Vermögensverhätnisse

Bemerkung: Die Höhe des Einkommens ist zum Teil durch die Höhe der Dispo-Linie nachvollziehbar diese ist bei den Angaben zum Girokonto vermerkt.

Welche Geschäftsvorfälle werden von der Schufa gespeichert?

  • Eröffnung, Unregelmäßigkeiten und Schließung von Girokonten
  • Ausgabe, Unregelmäßigkeiten und Einzug von Kreditkarten
  • Eintragung und Löschung von Bürgschaften
  • Leasing- und Mietkaufgeschäfte mit der monatlichen Rate, der Leasingdauer oder Mietdauer und dem Vertragsbeginn
  • Grundpfandrechtlich gesicherte Kredite ohne Betrag
  • Kredite mit monatlicher Rate, Anzahl der Raten und dem Ratenbeginn
  • Saldo nach Kündigung eines Kreditvertrages
  • Uneinbringlich titulierte Forderungen
  • Verkauf von Forderungen

Wann werden Daten aus der Schufa gelöscht?

  • Eintragung: Angaben zu Anfragen (z. B. Baufinanzierungsanfrage Bank)
    Frist: 12 Monaten, allerdings werden die Angaben nur 10 Tage in Auskünften bekanntgegeben.
  • Eintragung: Kredite
    Frist: Bis zum Ende des 3. Kalenderjahres nach dem Jahr der vollständigen Rückzahlung.
  • Eintragung: Bürgschaften
    Frist: Sofort nach Ausgleich der Hauptschuld des Gläubigers.
  • Eintragung: Giro- und Kreditkartenkonten
    Frist: Sofort nach Auflösung vom Kunden.
  • Eintragung: Nicht vertragsmäße Abwicklung von Geschäften
    Frist: Drei Jahre nach dem die Forderungen beglichen wurden.
  • Eintragung: Kundenkonten Handel
    Frist: Werden nach 3. Jahren gelöscht.
  • Eintragung: Eidesstaatliche Versicherung oder Haftbefehle
    Frist: Werden nach 3 Jahren gelöscht. Eine vorzeitige Löschung ist möglich wenn Sie nachweisen dass das Amtsgericht die Löschung bereits durchgeführt hat.

Grundsätzlich muss die Schufa die Daten nach Ablauf der aufgezeigten Fristen löschen. Allerdings wurde schon öfters die Erfahrung gemacht das veraltete Daten im Bestand gespeichert werden.

Wo und wie beantrage ich meine Schufa-Auskunft?

Sie können kostenlos und mündlich Ihre gespeicherten Daten in einer derSchufa-Servicestellen(link is external) erfragen. Ab dem 01. April 2010 können Verbraucher einmal jährlich kostenlos eine Selbstauskunft in Textform verlangen. Damit reagiert die Schufa auf das geänderte Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Im neuen Paragraf 34 Absatz 8 BDSG(link is external) ist dies geregelt. Eine einmalige schriftliche Eigenauskunft gibt es für 7,80 Euro und diese kann über www.meineschufa.de(link is external)bequem beantragt werden. Im Internet können Sie jederzeit Ihre Schufa Einträge einsehen. Diese unbefristete Online-Auskunft kostet einmalig 15,60 Euro und kann hier(link is external) beantragt werden. Achtung: Preise werden bald erhöht!

Was können Sie gegen falsche Einträge tun?

Im Paragraph 33 und folgende des Bundesdatenschutzgesetzt sind die Rechte des Betroffenen geregelt. Besonders Paragraph 35(link is external) „Berichtigung, Löschung und Sperrung von Daten“ ist überaus wichtig wenn Sie bemerkt haben das falsche Einträge in Ihrer Schufa-Auskunft vorhanden sind. Damit wird klar dass die Schufa in der Pflicht steht zu prüfen ob Einträge richtig oder falsch sind. Im ersten Schritt werden die zu prüfenden Einträge für weitere Auskünfte gesperrt. Parallel wird die Schufa beim Vertragspartner der die falsche Eintragung verursacht hat eine Berichtigung verlangen. Der verursachende Vertragspartner ist der Schufa gegenüber zum Wiederruf der falschen Daten verpflichtet. Sollte der Vertragspartner dies unterlassen macht er sich haftbar für die Folgen der unrichtigen Meldung. Die Ansprüche müssen gerichtlich über einen Anwalt durchgesetzt werden. In der Regel fallen solche falschen Einträge bei der Beantragung von Krediten zum Beispiel für eine Baufinanzierung auf. Üblicherweise prüft die finanzierende Bank vor der Kreditvergabe Ihre Schufa-Einträge. Überprüfen Sie also in regelmäßigen Abständen Ihre Schufa-Selbstauskunft.

Quellen: 
Bild - Logo der Schufa Holding AG

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