Statistik Baufinanzierungsmarkt von 2005 - 2010

Publiziert von Björn am Samstag den 08.10.2011 um 11:31 Uhr

Jedes Jahr wird eine Statistik zum Baufinanzierungsmarkt vom Verband der Privaten Bausparkassen e. V. heraus gegeben. In der Statistik des Baufinanzierungsmarktes wird aufgelistet welche Kreditinstitute (also zum Beispiel Sparkassen, Bausparkassen oder Kreditbanken etc.) am meisten Gelder für den Wohnungsbau ausgezahlt haben. In unserem Artikel kommentieren wir die Entwicklung des Baufinanzierungsmarkt von 2005 bis 2010 und erklären die einzelnen Kreditinstitute.

Kommentar zur Statistik Baufinanzierungsmarkt von 2005 – 2010

Wenn Sie einen ersten Blick auf die Entwicklung des Baufinanzierungsmarkt von 2005 bis 2010 werfen dann fällt auf dass ab 2007/2008 ein Veränderung stattgefunden hat. Bausparkassen erlebten in 2007 und 2008 ihren Boom. Sparkassen blieben zu dieser Zeit hinter den Bausparkassen zurück. Kreditbanken verloren das Vertrauen der Kundschaft. Und die Genossenschaftsbanken überholen die Kreditbanken. Realkreditinstitute, Lebensversicherungen und Landesbanken spielen kaum eine Rolle. Könnte es mit der Finanzkriese die im Frühjahr 2007 begann zusammenhängen das Bausparkassen in 2007 und 2008 die Nase vorne hatten? Oder lag es an der Einführung von Wohn-Riester in 2008 was die Bausparkassen wieder ins Gespräch brachte?

Seit 2008 fällt allerdings der Anteil der Bausparkassen am ausgezahlten Kapital für den Wohnungsbausektor. Die Sparkassen nutzen die Einlagengelder der Kunden und können Kredite zu ordentlichen Konditionen vergeben wodurch der Anteil am ausgezahlten Kapital über dem aller anderen Kreditinstitute liegt und zwar in der Spitze bei 32,50% im Jahre 2010. Am erstaunlichsten ist aber der Aufstieg der Genossenschaftsbanken. Lagen diese in 2007 bei einem Tief von 11,20% und erarbeiteten sich ein Hoch von 18,70% in 2010. Das ist eine Steigerung um 66,96% oder von absoluten 7,50%. Damit liegen die Genossenschaftsbanken in 2010 zwar noch um 13,80% hinter den Sparkassen haben aber damit auch das wohl größte Steigerungspotential. Platz 2. wird aktuelle noch von den Bausparkassen verteidigt könnte aber vielleicht schon in 2013 an die Genossenschaftsbanken gehen sofern diese den Abstand von 4,60% in der Zwischenzeit aufholen.

Die Kreditbanken wirken aktuell etwas abgeschlagen kommen aber von einem Hoch von 19,10%-Anteil am ausgezahlten Kapital für den Wohnungsbausektor. Da die Refinanzierung am Kapitalmarkt aktuell sehr günstig ist könnten auch die Kreditbanken wieder an Fahrt aufnehmen. Realkreditinstitute und Landesbanken werden wohl irgendwann komplett aus der Statistik verschwinden. Lebensversicherungen könnten kommendes Jahr nach der nächsten Absenkung der Garantieverzinsung wieder etwas zulegen. Allerdings suchen die Versicherer aktuell auch nach anderen Wegen um Ihre Kundengelder anzulegen. Aktuelles Beispiel dafür ist die Kooperation der Allianz mit der Baufinanzierungsgruppe der BW Bank. Die BW Bank übernimmt hier die Absicherung und Abwicklung der Darlehen für die Allianz. Dafür bekommt die BW Bank Gelder der Allianz um Darlehen an Kunden auszugeben. Dieses „Joint-Venture“ ist gar nicht so dumm weil hier die Stärken beider Vertragspartner genutzt werden (genaueres dazu in einem folgenden Artikel). Die Frage ist dann nur ob die ausgezahlten Darlehen dann auch in der Statistik für die Lebensversicherungen auftauchen.

Fazit: Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben gerade einen positiven Trend. Bausparkassen verlieren seit 2008 Marktanteile bzw. zahlen weniger Gelder aus die dem Wohnungsbausektor dienen. Kreditbanken befinden sich meiner Meinung nach in einer Seitwärtsbewegung.

Definitionen der Kreditinstitute zur Statistik Baufinanzierungsmarkt von 2005 - 2010

Sparkassen

Öffentlich-rechtliche Kreditinstitute, deren Träger meist die Kommunen sind. Sparkassen betreiben fast alle Arten von Bankgeschäften. Eine besonders starke Stellung haben die Sparkassen im Spargeschäft. (Quelle: Copyright: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main, Deutschland)

Bausparkassen

Bausparkassen sind Spezialbanken zur Finanzierung von Bauvorhaben. Sie nehmen als eigenständige Bankengruppe entsprechend dem Bausparvertrag Bauspareinlagen entgegen und stellen nach Ablauf einer Ansparphase den Bausparern zinsgünstige Darlehen zur Finanzierung von privaten Bauvorhaben zur Verfügung. (Quelle: Copyright: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main, Deutschland)

Kreditbanken

Die als Universalbanken tätigen privaten Banken, die traditionell vor allem das kurzfristige Kreditgeschäft pflegen, aber z. B. auch im Emissionsgeschäft eine bedeutende Rolle spielen. Darunter fallen die Großbanken, die Regionalbanken und sonstige Kreditbanken sowie die Zweigstellen ausländischer Banken. (Quelle: Copyright: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main, Deutschland)

Genossenschaftsbanken

Geld- und Kreditinstitut in der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft (e. G.). Die Kreditgenossenschaft ist eine Vereinigung von so genannten Genossen, die ein oder mehrere, auf feste Beträge lautende Geschäftsguthaben erworben haben, die dem Geschäftsergebnis entsprechend verzinst werden. Genossenschaftsbanken sind die Volksbanken und die Raiffeisenbanken. (Quelle: Copyright: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main, Deutschland)

Realkreditinstitute

Private Hypothekenbanken in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft und öffentlich-rechtliche Grundkreditanstalten, die langfristige Darlehen zur Finanzierung des Wohnungsbaus oder öffentlicher Investitionen gewähren. Sie beschaffen sich die Mittel dafür hauptsächlich durch Ausgabe entsprechend langfristiger Schuldverschreibungen und durch langfristige Einlagen (häufig von privaten Versicherungen). (Quelle: Copyright: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main, Deutschland)

Lebensversicherungen

Mit Lebensversicherungen sind Versicherungsunternehmen aus Deutschland gemeint welche die Einlagengelder Ihrer Kunden als Finanzierungskredite ausgeben. Die Lebensversicherer werden von der BaFin kontrolliert. Zudem dürfen Sie keine hohen Risiken eingehen.

Landesbanken

Regionale Spitzeninstitute der Sparkassenorganisation, die den regionalen Sparkassen als Zentralinstitute Bankdienstleistungen anbieten (Giroverkehr, Interbankkredit, Auslandsgeschäft). Sie führen auch Finanzgeschäfte für ihre Bundesländer durch. (Quelle: Copyright: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main, Deutschland)

Lizenz: 
Copyright liegt beim Autor (©)

Kategorie