Wohneigentumsprogramm keine 15 Jahre Zinsbindung mehr

Publiziert von Björn am Donnerstag den 09.06.2011 um 08:53 Uhr

Gestern berichte ich noch über die Änderung des Förderhöchstbetrages und heute steht schon die nächste Änderung an. Die Möglichkeit die Zinsbindung auf 15 Jahre festzuschreiben fällt auch ab dem 01.07.2011 weg. Hier scheint Lobby-Arbeit im Spiel zu sein.

Vor kurzem wurde nämlich bei der KfW-Bank für das Wohneigentumsprogramm 124 eine tilgungsfreie Darlehensvariante über eine Zinsbindung von 8 Jahren eingeführt. Die Tilgung soll dann zum Beispiel in einen Bausparvertrag laufen und das KfW-Darlehen wird nach den 8 Jahren endfällig abgelöst. In den ersten 8 Jahren erfolgt also keine Tilgung sonder es wird in ein Zusatzprodukt gespart (Tilgungsersatzprodukt).

Da die neue Variante „8 Jahre Endfällig“ wohl bis jetzt kaum genutzt wurde kann man dies natürlich durch die Streichung der Zinsbindung auf 15 Jahre unterstützen. Zudem scheint auch die Problematik mit der Kündigungsmöglichkeit für die KfW-Bank wegzufallen. Ganz klare Kostenersparnis wenn ich meine Mitarbeiter nicht mit außerplanmäßigen Kündigungen beschäftigen muss. Wobei diese Arbeit wohl zum Großteil von der durchleitenden Bank erledigt wurde.

Die Auswirkungen dieser Änderung sind meiner Meinung nach gravierend. Bei einer Finanzierung über 15 Jahre Bankdarlehen und 10 Jahre KfW-Darlehen führt das unweigerlich immer zu unterschiedlichen Zinsabläufen. Da sind Überlegungen wie Zinssicherungsdarlehen nach 10 Jahren nicht schlecht. Viele Bankmitarbeiter und Vermittler von Baufinanzierungen müssen Ihre Angebotserstellung überdenken. Ebenso müssen Kunden über Alternativen zur langen sicheren Zinsbindung nachdenken oder eben auf das Wohneigentumsprogramm 124 verzichten. Es soll ja Banken geben deren Kondition grundsätzlich besser ist/war als im KfW-Programm-124 auf 15 Jahre Zinsbindung.

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