Baugenehmigungen zu gering, der Bedarf an Wohnraum steigt stetig

Publiziert von Björn am Mittwoch den 18.07.2012 um 09:00 Uhr

In 2010 waren es 188.000 Baugenehmigungen, benötigt werden je nach Schätzungen der Experten zwischen 270.000 bis 350.000 Baugenehmigungen pro Jahr bis 2025. Bedeutet es fehlen jährlich 82.000 bis 162.000 Baugenehmigungen! Zudem steigt der benötigte Wohnraum pro Kopf stetig, aktuell liegen wir bei 45 Quadratmeter (im Mittel) und 2030 sollen es schon 55 Quadratmeter sein.

Der Bedarf an Wohnraum ist zum größten Teil durch den demografischen Wandel begründet (ca. 150.000 - 200.000 Baugenehmigungen pro Jahr). Einfach ausgedrückt bedeutet dass die Menschen ziehen sich in den großen Ballungsgebieten wo es Jobs und eine bessere Versorgung etc. gibt zusammen. Dazu kommt ein weiterer Bedarf an qualitativ hochwertigerem Wohnraum (ca. 120.000 - 150.000 Baugenehmigungen pro Jahr).

Um zu wissen in welchen Gebieten Deutschlands der Wohnraum, aufgrund fehlender Baugenehmigungen, knapp wird hilft Ihnen ein Blick auf die Bevölkerungsentwicklung:

Bevölkerungsentwicklung Landkreise 2007 bis 2009 - Michael Sander - Wikipedia

Nur die violetten und blauen Kreise gewannen Einwohner dazu. Ab dunkelgrün, über gelb und orange bis rot haben die Kreise Einwohner verloren! Analog dieser Entwicklung verteilen sich die Baugenehmigungen in Deutschland. Ganz stark fällt dies auf wenn Sie die Anzahl der Baugenehmigungen Ost-Deutschland mit West-Deutschland vergleichen.

Als Kunde kennen Sie das sicherlich vom Wertverfall eines Autos? Ein Audi hält sich länger im Wert als ein Seat. Obwohl beide ja eigentlich mehr oder weniger in gleichen Fabriken von einem Konzern gefertigt werden. Viele Kunden möchten eben lieber einen Audi fahren was den Wert des Autos hebt bzw. nicht so schnell zerfallen lässt.

Übertragen wir dies auf die Ballungsgebiete, ist es klar dass eine Immobilie in einer Region welche ein Zuwachs an Einwohner verbucht und dadurch auch mehr Baugenehmigungen im Umfeld vorliegen nicht so schnell an Wert verliert (bzw. sogar an Wert zuleget) wie eine Immobilie in einer ländlichen Lage.

Genau deshalb ist es für Banken nicht einfach einen Bauernhof zu finanzieren. Falls nämlich die Immobilie in den Besitz der Bank fällt (aus welchen Gründen auch immer) dann wird die Bank Probleme haben für die Immobilie neue Käufer zu finden. Nicht jeder mag im Grünen leben wenn der Weg zur Arbeit so weit ist.

Bleibt nur zu hoffen dass der Staat Wege findet die Anzahl der Baugenehmigungen im Jahr zu erhöhen, eine Möglichkeit wären Förderprogramme speziell für den Neubau.

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