Eigenleistungen beim Neubau

Publiziert von Björn am Montag den 24.10.2011 um 20:15 Uhr

Das Schöne am Neubau sind die ersten Vorstellungen dazu. Man sieht sich selbst mit dem Hammer in der Hand im Neubau stehen und schlägt irgendwelche Nägel in irgendeine Wand. Vielleicht eine Holzverkleidung für die Dämmung oder man baut den Gartenzaun selbst. Wie auch immer, die Vorstellungen dazu sind einfach Klasse. Aber wenn es dann daran geht diese Eigenleistungen auch umzusetzen, kostet es viel Zeit und ist doch harte Arbeit. Die Frage ist auch ob das notwendige handwerkliche Geschick dafür überhaupt ausreicht? Im Artikel finden Sie eine Excel-Tabelle mit Richtwerten und der Möglichkeit Ihre persönliche Eigenleistung auszurechen.

Bedenken Sie folgendes für die Eigenleistungen beim Neubau:

  • Als Eigenleistungen können nur die dafür anfallenden Lohnkosten angerechnet werden
  • Als ungelernter Handwerker brauchen Sie im Schnitt 3 mal so lange wie der gelernte Handwerker (stellen Sie einen Zeitplan auf)
  • Auf Ihre Eigenleistungen haben Sie keine Garantie- oder Gewährleistungsansprüche
  • Eigenleistungen die den Baufortschritt verzögern können sollten Sie vermeiden
  • Bauträger kommen in der Regel günstiger an benötigtes Material ran
  • Beim Neubau lohnen sich besonders Eigenleistungen die einen hohen Lohnanteil haben also zum Beispiel Malerarbeiten und Tapezierarbeiten
  • Für Helfer die für Sie Eigenleistungen am Neubau erbringen sollte eine Unfallversicherung abgeschlossen werden
  • Für die finanzierende Bank benötigen Sie in der Regel eine Aufstellung der Eigenleistungen. Je nach Höhe der Eigenleistungen sollten Sie und die Helfer mit Angabe der Qualifikation auf der Eigenleistungsaufstellung (Trennung von Material- und Lohnkosten beachten) unterschreiben.

In 2003 wurde vom Bauherren-Schutzbund e. V. eine Umfrage unter Bauinteressenten gemacht. Es wurde damals gefragt wie hoch der Wert der geplanten Eigenleistungen beim Neubau in Euro ausfällt. Hier kurz zusammengefasst das Ergebnis der Umfrage:

  • 28% sagten weniger als 2.500 Euro
  • 21% sagten zwischen 2.500 bis 5.000 Euro
  • 17% sagten zwischen 5.000 bis 7.500 Euro
  • 11% sagten zwischen 7.500 bis 10.000 Euro
  • 09% sagten zwischen 10.000 bis 12.500 Euro
  • 14% sagten mehr als 5.000 Euro

Aus der Umfrage kann man ablesen das 49% der Bauherren Ihre Eigenleistungen sehr gering einschätzen nämlich unter 5.000 Euro. Dagegen stehen 23% der Bauherren mit Eigenleistungen ab und über 10.000 Euro. Wenn ein Handwerker 50 Euro die Stunde bekommt sind das bei 10.000 Euro genau 200 Arbeitsstunden. Wenn ich 8 Stunden am Tag arbeite sind das 25 Tage. Was, weil Sie in der Regel berufstätig sind, nicht möglich sein wird. Falls Sie nur am Wochenende arbeiten, dauert dies 12,5 Wochenenden (Samstag und Sonntag). Hinzu kommt die Tatsache dass Sie sicherlich nicht so schnell sind wie ein Handwerker der dies täglich macht. Aus den 200 Arbeitsstunden können also gut 300 – 400 Arbeitsstunden werden. Mit dieser überschlägigen Rechnung wollte ich Sie nur zum Thema Eigenleistungen bei Neubau sensibilisieren. Welche Erfahrungen haben Sie mit Eigenleistungen beim Neubau gemacht?

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