Für Architekten - HOAI download

Publiziert von Björn am Dienstag den 23.10.2012 um 08:00 Uhr

HOAI ist die Abkürzung von Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Wer ein Haus bauen will und mit einen Architekten plant, der wird irgendwann die HOAI bemerken. Die Architekten stellen nämlich, nach den Vorschriften der HOAI, ihre Honorar-Rechnung. Aktuell berechnen die Architekten ihr Honorar nach der HOAI 2009, die vorherige Fassung war die HOAI 2002.

Wir haben in einer praktischen Excel-Tabelle die Honorare für "Gebäude und raumbildende Ausbauten" hinterlegt. Dies betrifft die Paragraphen §34 - HOAI 2009 oder §16 - HOAI 2002. Die Excel-Tabelle rechnet mit wenigen Daten das zu erwartende Honorar aus, siehe HOAI download.

Weiterlesen im Artikel, dann finden Sie die wichtigsten Erklärungen zur Honorarzone, Honorarsätzen und den anrechenbaren Kosten.

Direkt zum HOAI download springen.

Welchen Sinn hat die HOAI für Architekten und Kunden?

Die HOAI sorgt dafür das Architekten sich nicht mit Preisdumping unterbieten müssen und sichert so ein auskombares Einkommen. Architeken müssen sich in der Qualität und bei der Beratung unterscheiden, umso die Kunden zu gewinnen. Es sei angemerkt das die HOAI nicht beschreibt welche Leistungen zu erbringen sind sondern nur die preisliche Gestaltung regelt.

Was hat es mit der Honorarzone auf sich?

Es gibt Honorarzonen von 1 bis 5, diese kennzeichnen die Schwierigkeit des Baus. In der Regel werden Einfamilienhäuser mit Honorarzone 3 bewertet. Honorarzone 4 gibt es bei Einfamilienhäuser mit überdurchschnittlicher Ausstattung. Honorarzone 1 wäre zum Beispiel eine einfache ländliche Scheune und Honorarzone 5 ein ganzes Krankenhaus. Siehe dazu auch Anlage 3.1 der HOAI (link is external).

Welcher Honorarsatz gilt?

Grundsätzlich gilt das der Mindestsatz nicht unterschritten werden darf und der Höchstsatz, als weitere Begrenzung, nicht überschritten werden darf. Der Honorarsatz, welche für Sie gilt, ist freiverhandelbar, zwischen den beiden Grenzen. Es gibt also einen Mindestsatz, einen Viertelsatz, einen Mittelsatz, einen Dreiviertelsatz und den Höchstsatz. Wenn kein Honorarsatz vereinbart wird gilt immer der Mindestsatz.

Welche Kosten kann der Architekt anrechnen? (Anrechenbare Kosten)

Die anrechenbaren Kosten für die Objektplanung sind im §32 der HOAI(link is external)geregelt. Da man aus den Paragraphen nicht wirklich schlau wird haben wir hier eine Tabelle eingefügt:

Voll anrechenbare Kosten (§32 Abs. 1 - HOAI)
Übergangsmaßnahmen, Baugrube, Gründung, Außenwände, Innenwände, Decken, Dächer, Baukonstuktive Einbauten, Sonstige Maßnahmen für Baukonstruktion
Teilweise anrechenbare Kosten (§32 Abs. 2 HOAI)
Abwasseranlagen, Wasseranlagen, Gasanlagen, Wärmeversorgungsanlagen, Lufttechnische Anlagen, Starkstromanlagen, Fernmelde- und informationstechnische Anlagen, Förderanlagen, Nutzungsspezifische Anlagen, Gebäudeautomation, Sonstige Maßnahmen für technische Anlagen.
Bedingt anrechenbare Kosten (§32 Abs. 4 HOAI)
Geländeflächen, Befestigte Flächen, Baukonstrkution in Außenanlagen, Technische Anlagen in Außenanlagen, Einbauten in Außenanlage, Wasserflächen, Pflanz- und Saatflächen, Sonstige Außenanlage. Betrifft Abs. 3 HOAI: Ausstattung, Kunstwerke, Herrichten, Nichtöffentliche Erschließung
Nicht anrechenbare Kosten
Grundstückswert, Grundstücksnebenkosten, Freimachen, Öffentliche Erschließung, Ausgleichsabgaben, Bauherrenaufgaben, Vorbereitung der Objektplanung, Architekten- und Ingenieurleistungen, Gutachten und Beratung, Künstlerische Leistungen, Finanzierungskosten, Allgemeine Baunebenkosten, Sonstige Baunebenkosten.

Welches Leistungsbild ergibt sich aus §33 der HOAI bei Gebäuden?

Link zu §33 der HOAI

1. Grundlagenermittlung
mit Klären der Aufgabenstellung, z.B. hinsichtlich Nutzenanforderungen, Bauqualitäten, Kostenbudget, Terminen; Beraten zum gesamten Leistungsbedarf

2. Vorplanung
mit Analyse der Grundlagen, Abstimmen der Zielvorstellungen, Erarbeiten eines Planungskonzepts, Untersuchen alternativer Lösungsmöglichkeiten, Planskizzen mit erläuternden Angaben, Vorverhandlungen mit Behörden, Kostenschätzung nach DIN 276

3. Entwurfsplanung
mit Erarbeiten des endgültigen Planungskonzepts, Integrieren der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter, zeichnerischer Darstellung des Gesamtentwurfs, Objektbeschreibung mit Erläuterungen, Kostenberechnung nach DIN 276

4. Genehmigungsplanung
mit Erarbeiten und Einreichen der Vorlagen für die erforderlichen Genehmigungen und Zustimmungen, Anträge auf Ausnahmen und Befreiungen

5. Ausführungsplanung
mit Durcharbeiten aller Ergebnisse bis zur ausführungsreifen Lösung, zeichnerische Darstellung mit allen notwendigen Einzelangaben für Handwerker und Baufirmen, z.B. Ausführungs-, Detail- und Konstruktionszeichnungen im Maßstab 1:50 bis 1:1

6. Vorbereitung der Vergabe
mit Ermitteln und Zusammenstellen von Mengen, Integrieren der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter, Aufstellen von Leistungsbeschreibungen und Leistungsverzeichnissen

7. Mitwirkung bei der Vergabe
mit Einholen, Prüfen und Werten von Angeboten, Verhandlungen mit Bietern, Kostenanschlag nach DIN 276 und Kostenkontrolle durch Vergleich mit der Kostenberechnung, Mitwirken bei der Auftragsvergabe.

8. Objektüberwachung
mit Überwachen der Ausführung auf Übereinstimmung mit Genehmigungen, Ausführungsplänen und Leistungsbeschreibungen sowie den Fachregeln, Überwachen des Zeitplans, Kostenfeststellung und Kostenkontrolle durch Überprüfen der Abrechnungen

9. Objektbetreuung und Dokumentation
mit Objektbegehung zur Mängelfeststellung vor Ablauf der Verjährungsfristen, Überwachen der Beseitigung etwaiger Mängel, Mitwirken bei der Freigabe von Sicherheitsleistungen

Muss das komplette Leistungsbild bei einem Architekten genommen werden?

Nein. Sie können einzelne Leistungen "buchen" oder auch mehrere Architekten mit unterschiedlichen Punkten beauftragen (Achtung: Zu viele Köche, können den Brei verderben). Es gibt aber zum Beispiel auch Kunden die die Mitwirkung bei der Vergabe der Aufträge selbst übernehmen wollen, dann brauchen Sie diese Leistung beim Architekten natürlich nicht vereinbaren.

HOAI download

Wenn Sie die oben genannten 6 Fragen in Ruhe gelesen haben, können Sie mit dem Rechner im Anhang schon ziemlich genau das anfallende Honorar für den Bau eines Gebäudes ermitteln. Sie benötigen dazu die Honorarzone, die anrechenbaren Kosten, die aktuelle Mehrwertsteuer und den gewünschten bzw. vereinbaren Honorarsatz. In der Excel-Tabelle finden Sie auch die Honorartafeln 2002 und 2009 der HOAI. Eine Garantie für die Richtigkeit der Berechnung kann nicht übernommen werden.
 

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