EEG Vergütung PV-Anlage von 2000 bis 08.03.2012

Publiziert von Björn am Donnerstag den 01.03.2012 um 09:23 Uhr

EEG steht für Erneuerbare-Energien-Gesetz, seinen Ursprung hatte das EEG im Stromeinspeisungsgesetz von 1991. Die EEG Vergütung für PV-Anlangen (Photovoltaik) hat sich seit der Jahrtausendwende jährlich geändert. Umgangssprachlich wird bei der PV-Anlage auch von einer Solaranlage zur Stromerzeugung gesprochen. Die stetige Verringerung der EEG Vergütung hängt auch mit gesunken Anschaffungskosten für PV-Anlagen bzw. deren Module zusammen. Der Artikel befasst sich mit der EEG Vergütung von PV-Anlagen auf Gebäuden (EFH, ZFH oder MFH) oder Lärmschutzwänden sowie dem Eigenverbrauch des Stroms.

Gesetzliche Grundlagen und Entwicklung der EEG Gesetze

Wie hoch ist die EEG Vergütung und wie lange wird diese gewährt?

Die EEG Vergütung richtet sich nach dem Jahr der Inbetriebnahme der PV-Anlage. Die Vergütung des jeweiligen Jahres wird über volle 20 Jahre garantiert.

Inbetriebnahme
der PV-Anlage im Jahr
EEG Vergütung PV-Anlage je nach Leistung
auf Gebäuden oder Lärmschutzwänden
in Cent pro kWh
unter/und
30 kW
über 30 kW
bis 100 kW
über 100 kW
bis 1.000 kW
über
1.000 kW
bis 2000 50,62 50,62 50,62 50,62
2001 50,62 50,62 50,62 50,62
2002 48,10 48,10 48,10 48,10
2003 45,70 45,70 45,70 45,70
2004 57,40 54,60 54,00 54,00
2005 54,53 51,87 51,30 51,30
2006 51,80 49,28 48,74 48,74
2007 49,21 46,82 46,30 46,30
2008 46,75 44,48 43,99 43,99
2009 43,01 40,91 39,58 33,00
01.01. - 30.06.2010 39,14 37,23 35,23 29,37
01.07. - 30.09.2010 34,05 32,39 30,65 25,55
01.10. - 31.12.2010 33,03 31,42 29,73 24,79
01.01. - 31.12.2011 28,74 27,33 25,86 21,56
01.01. - 08.03.2012 24,43 23,23 21,98 18,33


Beispiel: Ihre Anlage liefert 90 kW und ist 2009 ans Stromnetz gegangen. Sie erhalten also für die ersten 30 kW eine Vergütung von 43,01 Cent pro kWh. Und für kW 31 bis 90 erhalten Sie 40,91 Cent je kWh.

EEG Vergütung ab 09.03.2012 siehe hier.

Wie wird laut EEG der Eigenverbrauch vergütet und lohnt sich dieser?

Beim Eigenverbrauch müssen zwei Faktoren beachtet werden: 1. Sie erhalten auch auf den Eigenverbrauch eine garantierte Vergütung (siehe Tabelle unten). 2. Sie müssen den Strom, den Sie selbst verbrauchen, nicht aus dem Stromnetz beziehen und damit auch nicht bezahlen. Geprüft werden muss also ob die Summe der beiden Faktoren größer als die komplette Einspeisung ist und sich daraus eine höhere Rendite ergibt.

Inbetriebnahme
der PV-Anlage im Jahr
EEG Vergütung PV-Anlage je nach Leistung
auf Gebäuden oder Lärmschutzwänden
in Cent pro kWh
Anteil-Eigenverbrauch bis 30% Anteil-Eigenverbrauch über 30%
unter/und
30 kW
über 30 kW
bis 100 kW
über 100 kW
bis 500 kW
unter/und
30 kW
über 30 kW
bis 100 kW
über 100 kW
bis 500 kW
01.01. - 30.06.2010 22,76 00,00 00,00 00,00 00,00 00,00
01.07. - 30.09.2010 17,67 16,01 14,27 22,05 20,39 18,65
01.10. - 31.12.2010 16,65 15,04 13,35 21,03 19,42 17,73
01.01. - 31.12.2011 12,36 10,95 09,48 16,74 15,33 13,86
01.01. - 08.03.2012 08,05 06,85 05,60 12,43 11,23 09,98


Beispiel: Ihre Anlage liefert 90 kW und ist am 01.08.2010 ans Stromnetz gegangen. Sie erhalten also für die ersten 30 kW eine Vergütung von 17,67 Cent pro kWh. Und für kW 31 bis 90 erhalten Sie 16,01 Cent je kWh. Wenn der Eigenverbrauch über 30% des erzeugten Stroms liegt gilt eine höhere Vergütung von 22,05 Cent für die ersten 30 kW und 20,39 Cent für kW 31 bis 90 pro kWh.

Wie wird sich die EEG Vergütung PV-Anlage in Zukunft entwickeln?

Grundsätzlich wird zum Jahreswechsel der Vergütungssatz gesenkt, dies nennt man eine gleitende Degression. In 2010 wurde erstmals zur Jahresmitte ebenfalls eine Absenkung vorgezogen und dies wird zum 01. Juli 2012 wiederholt. Allerdings wird die Höhe der Kürzung der EEG Vergütung davon abhängen wie viele neue PV-Anlangen ans Stromnetz angeschlossen wurden. Der Zeitraum Oktober 2011 bis April 2012 wird betrachtet und auf ein komplettes Jahr hochgerechnet. Je nachdem wie viele Gigawatt-Peak (1.000 Megawatt) hierbei heraus kommen kann die Kürzung zwischen 0% bis 15% liegen.

PV-Anlagen-Zubau (p. a.) Höhe der Kürzung (01.07.2012)
bis 3,50 GWp 0 %
bis 4,50 GWp 3 %
bis 5,50 GWp 6 %
bis 6,50 GWp 9 %
bis 7,50 GWp 12 %
über 7,50 GWp 15 %


Die regelmäßige Senkung der EEG Vergütungssätze zum Jahresende soll dazu dienen dass die Anbieter von PV-Anlagen die Preissenkungen auch an die Kunden weitergeben. Zudem wurden nicht nur die Preise gesenkt sondern auch der Wirkungsgrad von PV-Anlagen erhöht (mehr dazu weiter unten).

Wie viel kostet eine PV-Anlage?

Die Preise für PV-Anlagen sind in der Vergangenheit kräftig gefallen:

Kostenentwicklung-Photovoltaik 1988 bis 2009

In 2011 kostet ein Kilowatt peak (kWp) im Durchschnitt 2.500 Euro. Um einen Haushalt von 4 Personen ein Jahr mit Strom zu versorgen benötigen Sie ungefähr 5 kWp. Eine PV-Anlage für ein Einfamilienhaus kostete in 2011 also im Schnitt 15.000 Euro (mit Montage).

Welche Photovoltaikzellen gibt es und welchen Wirkungsgrad haben diese?

Silizium ist in Halbleiter-Solarzellen das meist verwendete Grundmaterial, andere Halbleiter sind Galliumarsenid oder Cadmiumtellurid. Unterschieden werden dabei je nach Kristallaufbau folgende Typen: Monokristalline, Polykristalline, Amorphe (Dünnschicht-Zellen).

Bei PV-Anlangen ist ein hoher Wirkungsgrad erstrebenswert da bei gleicher Sonnenstrahlung mehr Energie in Strom umgewandelt werden kann. Der Wirkungsgrad von Sollarzellen fällt in den ersten Tagen der Inbetriebnahme, Mono- und Polyzellen verlieren ca. 2%. Im darauf folgenden Betrieb geht der Wirkungsgrad jährlich in etwa um 0,00 bis 0,50% zurück.

Massivzellen Wirkungsgrad Lebensdauer
Monokristallines Silizium 16 bis 22% 25-30 Jahre
Polykristallines Silizium 14 bis 20% 25-30 Jahre
Dünnschichtzellen    
Amorphes Silizium 5 bis 10% unter 20 Jahre
Cadmiumtellurid (CdTe) 5 bis 12% über 20 Jahre
Galliumarsenid (Einschicht) 15 bis 20%  
Galliumarsenid (Zweischicht) 20%  
Galliumarsenid (Dreischicht) 25% über 20 Jahre
CIS/CIGS (Kupfer Indium Gallium Selen) 10 bis 12%  
Nanokristallines Silizium bis 10%  
Mikro-/polykristallines Silizium bis 10%  
Polymere bis 5%  


Diese Grafik zeigt die Steigerung der Wirkungsgrade von Sollarzellen im Vergleich zum Ausgangsjahr 2003 zu 2010:

Entwicklung Wirkungsgrade Solarzellen 2003 bis 2010

Entsorgung der PV-Anlage?

Grundsätzlich sollte der Hersteller der PV-Anlage ebenso für die Entsorgung angesprochen werden. Zusätzlich wurde von den Herstellern eine übergeordnete Stelle (Association PV CYCLE) geschaffen die die Entsorgung organisiert. Hier finden Sie die in Deutschland ansässigen „Collection points“ bei denen alte Module abgegeben werden können.

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