Produkte der Alters-Riester-Rente suchen Sinnhaftigkeit

Publiziert von Björn am Dienstag den 29.11.2011 um 08:00 Uhr

Heute ein Thema was nicht direkt mit der Baufinanzierung zu tun hat. Es geht um die Riester-Rente für die Altersvorsorge die aktuell unter Druck geraten ist aufgrund der Veröffentlichungen des DIW-Wochenbericht (47/2011). Auch das ZDF hat dies aufgegriffen und eine Video dazu veröffentlich. Im Artikel fassen wir die wichtigsten Punkte der 24 Seiten kurz und bündig zusammen.

Im DIW Wochenbericht werden Riester-Renten-Verträge von 2001 mit Riester-Renten-Verträge in 2011 verglichen.

  • 37,50 bis 42 Millionen Menschen können geschätzt einen Riester-Vertrag abschließen. Zum Stichtag 30.06.2011 haben 14,798 Millionen Menschen einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Damit haben diese Fördermöglichkeit ca. 40% der Menschen genutzt die einen Anspruch auf die Riester-Rente haben.
  • Wer einen Riester-Vertrag nach 2005 abgeschlossen hat kann davon ausgehen einen Unisextarif abgeschlossen zu haben. Die Änderung auf die Unisextarif (andere Sterbetafeln) wurde genutzt um bei Männern eine längere Lebenserwartung zu unterstellen und Frau eine etwas geringere Lebenserwartung. Daraus wurde dann ein „Durchschnitt“ gebildet der für beide also Männer und Frauen gilt. Die Berechnungsweise ist für die Produktanbieter (Versicherungen, Banken etc.) Vorteilhafter.
  • Der Gesetzgeber hat als Zertifizierungskriterium vorgegeben dass der Kapitalerhalt zu Beginn der Auszahlungsphase gegeben sein muss. Dadurch verhindert er allerdings eine funktionierende Wechselmöglichkeit zwischen teuren und günstigen Anbietern. Bei Fondssparplänen kann es während der Laufzeit dazu kommen das die Werte im Fondsparplan geringer sind als die eingezahlt  Beiträge und Zulagen. Solche Schwankungen sind üblich und ein Wechsel ökonomisch nicht Sinnvoll wenn die Werte unter den eingezahlten Beiträgen und Zulagen liegen. Bei Garantieprodukten ist es nicht einfacher da nochmals Abschlusskosten anfallen (ca. 4% auf die Höhe des Kapitals welches übertragen werden soll).
  • Der Garantiezins ist von 3,25% in 2001 auf 2,25% in 2007 gesunken. Ab 2012 wird der Garantiezins auf 1,75% sinken. Dadurch ist die Garantie-Verzinsung und somit die zukünftige Rente wesentlich geringer. Zudem wurde die Beteiligung an den Überschussanteilen für die Sparer verringert. Sterblichkeits-/Risikogewinne von 90% auf 75% gesunken. Kostengewinne von 90% auf 50% gesunken. Zinsgewinne sind gleich geblieben bei 90%.
  • Vom Gesetzgeber ist keine einheitliche Sterbetafel zur Kalkulation der Renten im Alter vorgegeben. Die Produktanbieter rechnen deshalb mit einer möglichst langen Lebenserwartung. Wodurch diese dann wieder Sterblichkeits-/Risikogewinne erwirtschaften. Die Kunden müssen dadurch ein sehr hohes Alter erreichen damit sie in den Genuss aller eingezahlten Beiträge und Zulagen kommen. Die Wahl der Sterbetafel hat eine wesentlich größere Auswirkung als die Senkung des Garantiezinses.
  • Die Riester-Rente wird hauptsächlich von Kunden des höheren Bildungsabschlusses genutzt. Zudem steigt mit der Kinderanzahl auch die Wahrscheinlichkeit dass eine Riester-Rente abgeschlossen wird. Die Riester-Rente wird auf die Grundsicherung im Alter angerechnet und stellt somit für Geringverdiener eine unnötige Ausgabe dar. Was daran liegt dass viele Geringverdiener nicht über die Grundsicherung mit ihren Einzahlungen in die Rentenversicherung kommen. Damit ist die Riester-Rente kein Rezept gegen Altersarmut.

Fazit: Die Riester-Rente fürs Alter ist eine mit Steuergeldern geförderte private Altersvorsorge die eigentlich die Absenkung der gesetzlichen Rente entgegenwirken sollte aber wohl eher die Kassen der Produktanbieter füllt. Der Gesetzgeber ist nun gefordert regulierend einzugreifen damit die Steuergelder bei den Steuerzahlern und Kunden auch im Alter ankommen und nicht aufgrund von Sterbetafeln bei den Versicherungen bleiben.

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